{"id":121,"date":"2020-11-29T16:33:21","date_gmt":"2020-11-29T16:33:21","guid":{"rendered":"http:\/\/didis-diaries.com\/?p=121"},"modified":"2020-11-29T21:06:14","modified_gmt":"2020-11-29T21:06:14","slug":"das-baskenland-eine-reflexion","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/didis-diaries.com\/?p=121","title":{"rendered":"Das Baskenland &#8211; Eine Reflexion"},"content":{"rendered":"\n<p>Wie ich hier bereits erw\u00e4hnt habe, liebe ich Frankreich &#8211; etwas konkreter das Baskenland. Ich habe mehrere Monate in Biarritz verbracht, habe die Sprache zu gelernt, schloss Freundschaften, habe die Region erkundet und habe mich so sehr in diesen Ort verliebt. Weil hier gibt es alles was das Herz begehrt: das Meer, die Berge, unglaublich gutes Essen, spannende Geschichte, kleine D\u00f6rfer, alte Traditionen und eine Sprache, die Linguisten vor ein R\u00e4tsel stellt.<br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"http:\/\/didis-diaries.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_3434-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-123\" srcset=\"http:\/\/didis-diaries.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_3434-1-1024x683.jpg 1024w, http:\/\/didis-diaries.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_3434-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/didis-diaries.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_3434-1-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>In den Vorl\u00e4ufern der Pyren\u00e4en<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Deshalb wusste ich von Anfang an, dass ich \u00fcber einen Roman schreiben wollte, der hier spielt und habe mich auf die Suche nach Literatur gemacht, die im Baskenland spielt. Und ich wurde f\u00fcndig: <strong>Patria<\/strong> von <strong>Fernando Aramburu<\/strong> hat mich direkt von der ersten Seite gefesselt und ich wurde in die dramatische Geschichte hineingesogen. Denn das Baskenland hat eine d\u00fcstere Vergangenheit, die gar nicht so weit zur\u00fcckliegt. Der Roman spielt in einem Dorf, unweit von San Sebasti\u00e1n im spanischen Baskenland. Aramburu zeigt in seinem Roman anhand zweier Familien, wie eine Entscheidung alles zerst\u00f6ren kann. Als der \u00e4lteste Sohn der einen Familie dem bewaffneten Kampf der ETA beitritt und der Vater der anderen von derselben Organisation erpresst wird, beginnt alles auseinander zu fallen. In wunderbarer Prosa beschreibt Aramburu das Leid und die Zerst\u00f6rung, die der Terrorismus nach sich zieht und wie lange es dauert, wieder zueinander zu finden, nachdem man ein solch gro\u00dfes Trauma erlebt hat.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Und obwohl ich in meiner Zeit in Biarritz viel \u00fcber die baskische Geschichte gelernt habe (ich habe die \u201cGrottes de Sare\u201d besucht, kenne die Legende von Roland und der Schlacht um Roncesvalles und weiss, dass der \u201cGrand Palais\u201d in Biarritz ein Geschenk von Napoleon an Josephine war) aber nie hat jemand die ETA auch nur mit einem Wort erw\u00e4hnt. Deshalb dachte ich mir, ich sollte mir Infos aus erster Hand besorgen und fragte meinen Freund I\u00f1igo, der in San Sebasti\u00e1n aufgewachsen ist und nach wie vor dort lebt. Ich habe eine wunderbare Erinnerung an einen wunderbar lauen Sommerabend, an dem I\u00f1igo eine Bartour durch San S\u00e9 anf\u00fchrte und uns die besten Orte f\u00fcr Pintxos (baskische Tapas), Wein, Bier und Cider zeigte und wir einfach geniessen konnten. Hier ist also das Interview mit I\u00f1igo, der sich zu meinem Gl\u00fcck bereit erkl\u00e4rt hat einige Fragen zu beantworten und mir und euch ein paar Hintergrundinformationen zu \u201cPatria\u201d geliefert hat:&nbsp;<br><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/didis-diaries.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_1706-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-125\" width=\"247\" height=\"329\"\/><figcaption>Pintxos in San Sebasti\u00e1n<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Was bedeutet es f\u00fcr dich, Baske zu sein?&nbsp;<\/strong><br><em>Basken sind ein Volk, das seit Jahrtausenden zwischen Spanien und Frankreich lebt. Die meisten davon in Aquitanien (S\u00fcdfrankreich) und die Pyren\u00e4en bilden den Knotenpunkt der Region. Historisch gesehen, kann man sagen, dass es das baskische Volk geschafft hat, seine Essenz zu bewahren, trotz Beziehungen und Austausch mit anderen Kulturen und Regierungen, wie den R\u00f6mern, Napoleon oder Franco. Wir sind ein stolzes Volk &#8211; stolz auf unsere unglaublich alte Sprache und unsere Traditionen.<\/em><br><br><strong>Wie w\u00fcrdest du jemandem das Baskenland beschreiben, der noch nie dort war?&nbsp;<\/strong><br><em>Das Baskenland ist eine wundersch\u00f6ne Gegend mit zauberhaften Str\u00e4nden, majest\u00e4tischen Bergen und kleinen, traditionellen D\u00f6rfern. Aber es gibt auch modernes, urbanes Leben, in Bilbao zum Beispiel.<\/em><br><br><strong>Was macht das Baskenland so au\u00dfergew\u00f6hnlich?<\/strong><br><em>Ich glaube, es ist die Stimmung, die Traditionen und die Gastronomie, die das Baskenland so au\u00dfergew\u00f6hnlich machen.<\/em><br><br><strong>Wenn du nur eine einzige Aktivit\u00e4t im Baskenland empfehlen k\u00f6nntest, was w\u00e4re diese?<\/strong><br><em>San Sebasti\u00e1n ist das Kronjuwel, ohne Zweifel. Die Stadt ist wundersch\u00f6n, aber das ist noch nicht alles. San S\u00e9 ist die Stadt mit den meisten Michelin Sternen per Quadratmeter, aber auch das ist noch nicht alles. Ich glaube, was die Stadt so einzigartig macht ist die Atmosph\u00e4re der Pintxos, der \u201csidrerias\u201d und die traditionellen Sportarten (\u201ctraineras\u201d, eine Art des Ruderns; Pelota, eine baskische Ballsportart, etc.).<\/em><br><br><strong>Bist du jemals mit der ETA in Ber\u00fchrung gekommen, als du noch ein Kind warst? Ist es noch ein aktuelles Thema?<\/strong><br><em>Ich habe viele schlechte Erinnerungen. Ich erinnere mich, wie ich mit zehn Jahren zu Hause sa\u00df und a\u00df. Pl\u00f6tzlich ein lauter Knall. Einige Minuten sp\u00e4ter best\u00e4tigten die Fernsehnachrichten, dass unweit von zu Hause eine Bombe hochgegangen ist und ein Mann getroffen wurde. Es stellte sich sp\u00e4ter heraus, dass es ein Freund meiner Mutter war und er seine beiden Beine bei der Explosion verlor.<\/em><br><br><em>In der Schule hielten wir jedes Mal, wenn es ein weiteres Attentat gab, eine Schweigeminute.<\/em><br><br><em>Es ist so schade, dass viele Leute diese Terrorakte verteidigten und rechtfertigten, nur damit das Baskenland unabh\u00e4ngig werden k\u00f6nnte.<\/em><br><br><strong>Was w\u00fcnschst du dir f\u00fcr deine kleine Tochter und die Zukunft im allgemeinen?<\/strong><br><em>Ich w\u00fcnsche mir, dass sie gl\u00fccklich ist und ein erf\u00fclltes Leben hat &#8211; wie alle Eltern wahrscheinlich. Ich bin froh, dass sie an einem Ort aufwachsen kann, an dem Frieden herrscht und sie alle Freiheiten hat, die sie sich nur w\u00fcnschen k\u00f6nnte.<\/em><br><br><strong>Du meintest in einem fr\u00fcheren Gespr\u00e4ch, jeder Baske sollte \u201cPatria\u201d lesen. Warum?<\/strong><br><em>Ja, nat\u00fcrlich. F\u00fcr alle diejenigen, die die Zeiten des ETA-Terrors erlebt haben, ist es ein guter Reminder, was nie wieder passieren darf und wie unsinnig das alles war. Und f\u00fcr die jungen Leute ist es ein guter Weg, zu lernen, was vor nicht allzu langer Zeit in ihrem Land passiert ist. Dieses Buch ist perfekt, um die Erinnerungen am Leben zu erhalten und die wir niemals vergessen d\u00fcrfen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Und ich glaube, der letzte Satz ist der perfekte Schlusssatz f\u00fcr diesen Blogpost! Danke nochmals, I\u00f1igo, f\u00fcr diese offenen, ehrlichen Antworten \u00fcber dein Heimatland.<\/p>\n\n\n\n<h2>The Basque Country &#8211; An introspection<\/h2>\n\n\n\n<p>As I\u2019ve mentioned on here before, I adore France &#8211; more concretely the Basque country. I\u2019ve spent multiple months in Biarritz, learning the language, making friends, exploring the region and falling in love with this place. It\u2019s got it all: the seaside, the mountains, great food, fascinating history, small villages, old traditions and a language that poses a riddle for linguists.<br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/didis-diaries.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_3368-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-126\" width=\"475\" height=\"316\" srcset=\"http:\/\/didis-diaries.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_3368-1024x683.jpg 1024w, http:\/\/didis-diaries.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_3368-300x200.jpg 300w, http:\/\/didis-diaries.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_3368-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 475px) 100vw, 475px\" \/><figcaption>St. Jean-de-Luz, FR<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>So, I knew from the start that I wanted to cover a book set in this place and went on a hunt for literature set in the Basque country. I found <strong>Homeland<\/strong> by <strong>Fernando Aramburu<\/strong> and from the first page, I was sucked into this dramatic (hi)story. Because the Basque country has a dark past, that sadly is not so far in the past as one might think. The novel takes place in a small town close to San Sebasti\u00e1n in Spanish Basque country. It\u2019s about two families and how decisions can destroy everything. The eldest son of one of the families joins the armed combat of ETA and the father of the other family is being blackmailed, everything slowly starts to crumble. In wonderful prose Aramburu tells the suffering and destruction follows terrorism and how it can take decades to slowly finding to each other after trauma as big as this.<\/p>\n\n\n\n<p>And even though I had learned about parts of Basque history (I visited the Grottes de Sare, knew about the legend of Roland and the battle of Roncesvalles or that the Grand Palais in Biarritz was a gift from Napoleon to Josephine) but no one had ever mentioned ETA. So, I thought I\u2019d hit up my friend I\u00f1igo, born and bred in San Sebasti\u00e1n. I have very fond memories of an evening of a bar tour through San S\u00e9 which he led. We had yummy pintxos (tapas in Basque), lots of wine, beer and cider and a lot of fun. So here\u2019s the interview with I\u00f1igo, which he thankfully did with me and which gave me some new perspectives on the Basque country and the novel:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>What does it mean to you to be Basque?<\/strong><br><em>Basques are a people who have lived between Spain and France way before these countries even existed. Most of them in Aquitaine (Southern France) and the Pyrenees form the junction point. Historically, you can say that this people managed to maintain its essence, even with exchanges and relations with other cultures like the Romans, Nopoleon, Franco, etc. We are a proud people &#8211; proud of our ancient language and our customs.<\/em><br><br><strong>How would you describe the Basque country to someone who\u2019s never been?<\/strong><br><em>Basque country is a beautiful place with magnificent beaches, beautiful mountains and small traditional towns. But you can also get some modernity in Bilbao for example.<\/em><br><br><strong>What makes the Basque country so special?<\/strong><br><em>I think it\u2019s the general ambiance, the customs and the gastronomy that makes the Basque country so special.<\/em><br><br><strong>If you could only recommend doing one thing in Basque country, what would it be?<\/strong><br><em>San Sebasti\u00e1n is the crown jewel without a doubt. The town is beautiful, but that\u2019s not all there is. It\u2019s the city with the most Michelin stars per square metres in the world, but that\u2019s not all there is either. I think what makes it really special is the atmosphere of pintxos, the atmosphere of a cider house, going to see the traditional sports (traineras, a kind of rowing; Basque pelota, a ball sport etc.)<\/em><br><br><strong>Have you ever been in afflicted by ETA in any way when you were a kid? Is it still a current topic?<\/strong><br><em>I\u2019ve got a lot of bad memories. I remember being ten years old and I was eating lunch at home and suddenly there was a loud noise. A couple of minutes later the tv news confirmed that a bomb had gone off and the man who had been hit, was a good friend of my mother\u2019s and he\u2019d lost two legs.<\/em><br><br><em>At school, we\u2019d have a minute of silence every time there was an assassination.<\/em><br><br><em>It\u2019s too bad that there were so many people who defended these acts of terrorism to obtain the independence for the Basque country.<\/em><br><br><strong>What do you wish for your young daughter and the future in general?<\/strong><br><em>I wish that she\u2019s happy and that she has a full life. Like every parent, I guess. I am very happy that she will grow up in a region that is now at peace with all the liberties she could wish for.<\/em><br><br><strong>You told me, every Basque should read \u201cHomeland\u201d. Why is that?<\/strong><br><em>Yeah, of course. For everyone who has lived through the ETA terrorism, it\u2019s a good reminder to what should never happen again and what nonsense it was at the time. For the young people it\u2019s a good way to learn about what has happened here, not very long ago. This book is a great way to keep the memory alive and we must never forget.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"303\" height=\"425\" src=\"http:\/\/didis-diaries.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Scan-20.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-127\" srcset=\"http:\/\/didis-diaries.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Scan-20.jpeg 303w, http:\/\/didis-diaries.com\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Scan-20-214x300.jpeg 214w\" sizes=\"(max-width: 303px) 100vw, 303px\" \/><figcaption>A postcard, depicting the traditional sport of Basque pelota<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>And I think that last sentence is the perfect way to wrap up this blogpost! And thanks again, I\u00f1igo, for the very open and honest words about your home country.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie ich hier bereits erw\u00e4hnt habe, liebe ich Frankreich &#8211; etwas konkreter das Baskenland. Ich habe mehrere Monate in Biarritz verbracht, habe die Sprache zu gelernt, schloss Freundschaften, habe die Region erkundet und habe mich so sehr in diesen Ort verliebt. Weil hier gibt es alles was das Herz begehrt: das Meer, die Berge, unglaublich &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/didis-diaries.com\/?p=121\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDas Baskenland &#8211; Eine Reflexion\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/didis-diaries.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/121"}],"collection":[{"href":"http:\/\/didis-diaries.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/didis-diaries.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/didis-diaries.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/didis-diaries.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=121"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/didis-diaries.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/121\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":132,"href":"http:\/\/didis-diaries.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/121\/revisions\/132"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/didis-diaries.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=121"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/didis-diaries.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=121"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/didis-diaries.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=121"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}