{"id":155,"date":"2021-04-25T13:18:26","date_gmt":"2021-04-25T13:18:26","guid":{"rendered":"http:\/\/didis-diaries.com\/?p=155"},"modified":"2021-04-25T13:18:26","modified_gmt":"2021-04-25T13:18:26","slug":"infanzia-ticinese","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/didis-diaries.com\/?p=155","title":{"rendered":"Infanzia Ticinese"},"content":{"rendered":"\n<p>Vor kurzem bin ich \u00fcber die Buch-Community auf Instagram zu einer Schreibgruppe gesto\u00dfen und ich sch\u00e4tze die Gespr\u00e4che und konstruktive Kritik sehr. Den ersten Text, den ich zum Thema Kindheitserinnerung verfasst habe, hat mich selbst mal wieder in Nostalgie schwelgen lassen. Passend zum kurzen Essay \u00fcber meine Erinnerungen an Sommer im Tessin, bin ich auf die Texte, Gedichte und Aquarelle von <strong>Hermann Hesse<\/strong> gesto\u00dfen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"http:\/\/didis-diaries.com\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/IMG_0604-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-156\" srcset=\"http:\/\/didis-diaries.com\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/IMG_0604-1024x683.jpg 1024w, http:\/\/didis-diaries.com\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/IMG_0604-300x200.jpg 300w, http:\/\/didis-diaries.com\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/IMG_0604-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>&#8222;Tessin&#8220; von Hermann Hesse<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Und hier folgt nun mein eigener, bescheidener Versuch, meine Erinnerungen in Worte zu fassen:<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Schwestern und ich sitzen auf den Koffern, bereit f\u00fcr die f\u00fcnfst\u00fcndige Zugfahrt in den S\u00fcden. Unsere Gro\u00dfeltern sind bereits mit dem Auto vorgefahren. Es ist der Start der Sommerferien, dementsprechend sind die Z\u00fcge voll. Ab Z\u00fcrich sitzen wir wieder auf den Koffern im Gang, alles f\u00e4hrt in S\u00fcden. Durch die Fenster beobachte ich die \u00fcbliche Transformation der Landschaft. Das flache Unterland lassen wir schon bald hinter uns, die Erde wirft immer h\u00f6here Wellen auf. Zuerst in wallenden H\u00fcgeln, zunehmend ersetzt durch schroffere, steilere Felsw\u00e4nde. Als wir das erste Mal am Chileli von Wassen vorbeikommen, wei\u00df ich, dass wir bald durchs Gotthard-Massiv fahren werden. Durch die Windungen und Kehrtunnel erhaschen wir davor aber noch unterschiedliche Blicke auf die Kirche. Nach den langen Minuten im Dunkel des Tunnels scheint es, als w\u00e4ren wir direkt in eine andere Welt gereist. \u00dcberall stehen die f\u00fcr die Region typischen Steinh\u00e4user, Palmen wachsen, als h\u00e4tten wir uns nach Italien teleportieren lassen.<br>Und ob es tats\u00e4chlich dieser Sommer, oder vielleicht doch ein, gar zwei Jahre sp\u00e4ter kann ich nicht mehr mit Gewissheit sagen. Das verschwimmt alles in meiner Erinnerung zu einem einzigen ungef\u00e4hren Zeitraum meiner Kindheit. Die Tessiner Alpen um uns herum. Die vielen Spazierg\u00e4nge, um die Esel der Nachbarn zu f\u00fcttern oder den Bach zu stauen, der im Wald \u00fcber den Pfad flie\u00dft. Das Glei\u00dfen des Origlio-Sees, wenn wir einen Ausflug dahin machen, oder die engen Gassen von Gandria nach der \u00dcberfahrt \u00fcber den Lago di Lugano mit der F\u00e4hre, begleitet vom kindlichen Genuss eines Eis am Stiel. Dieser Teil meiner Kindheit schmeckt nach Fruchtzwergen, Vitello Tonnato und Polenta, nach selbstgepfl\u00fcckten Feigen und gesammelten und ger\u00f6steten Maronen. Er schmeckt auch nach der Elektrizit\u00e4t vor einem Sommergewitter und nach nasser, dampfender Natur nach Regen.<br>Hier tolle ich herum, falle in Brennnesseln, spiele Ronja R\u00e4ubertochter. Hier kleckere ich mit Eis, h\u00fcpfe mit meinen Geschwistern auf dem Bett zu Manu Chao, lese im Schatten eines Regenschirms und lerne meine ersten italienischen S\u00e4tze \u2013 Grazie, Prego. Aber hier bin ich vor allem eins: Ich bin Kind.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor kurzem bin ich \u00fcber die Buch-Community auf Instagram zu einer Schreibgruppe gesto\u00dfen und ich sch\u00e4tze die Gespr\u00e4che und konstruktive Kritik sehr. Den ersten Text, den ich zum Thema Kindheitserinnerung verfasst habe, hat mich selbst mal wieder in Nostalgie schwelgen lassen. 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